Nigeria



Etwas über der Mitte Nigerias liegt die Stadt Kaduna, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Hier liegt unser Projektgebiet - westwärts 300 km bis zur Grenze Benins, ostwärts 600 km bis zur Grenze von Kamerun. Wenn Sie unsere Freunde Yahaya und Habiba besuchen wollen, landen Sie mit dem Flugzeug in der Hauptstadt Abuja, 200 km südlich von Kaduna, wo auch unsere Partnerorganisation DARE ihr Büro hat. Der Fluß Kaduna ist normalerweise ein ruhiger und flacher Fluss, doch durch die starken Regenzeiten in den letzten Wochen führt er Hochwasser und einige Stadtteile waren zweitweise überschwemmt.

Klimaschutz?

Ein paar Bilder

...und dann noch ein paar Gedanken...


Unsere Partnerorganisation DARE in Kaduna (Nigeria) arbeitet auf sehr unterschiedliche Weise, um das Thema "holzsparende Herde" mit Frauen zu besprechen und den SAVE80 vorzustellen....


Besuch bei der Frauenorganisation CARE...



Da gibt's heute viel zu Schauen...


Das also ist der SAVE80 in voller Aktion...


und dann noch mit der "Wonderbox", zum Nachgaren und Warmhalten über viele Stunden, bis zum Abend...


Das Essen, gekocht mit dem neuen Ofen, ist gleich fertig...


... und schmeckt...



... und schmeckt...







... ja schmeckt wirklich!



... köstlich, auch für den Herrn...



Und als alle gegessen hatten, will man noch mehr hören...





Yahaya Ahmed und der Pastor sprechen über den neuen Kocher vor...



Da muß man doch mal genau hinhören...



Wer hätte denn gerne den neuen Ofen SAVE80?



Und wer kann den Ofen bezahlen?

Wir machen uns darüber Gedanken,


zum Beispiel diese:

Finanzielle Kompensation von Klimaschadgasen − was bringt dies für Entwicklungsprojekte wie das unsere in Nigeria?

Dr.Paul Krämer im LHL-Rundbrief Weihnachten 2007

Für das Weltklima macht es keinen Unterschied, in welchem Land Schadgase emittiert oder vermieden werden. Da die Kosten der Vermeidung in Entwicklungsländern im Allgemeinen geringer sind als in den Industrieländern, hat das Kyoto-Protokoll letzteren durch CDM (Clean Development Mechanism) die Möglichkeit eingeräumt, Emissionsminderungs-Maßnahmen mit geeigneten Partnern in Entwicklungsländern durchzuführen. Das unterscheidet CDM vom Emissionshandel, der nur zwischen Industrieländern stattfindet.

Das Ausmaß der Emissionsminderung muss durch von der UNFCCC zugelassene Prüfstellen festgestellt werden, z.B. den TÜV Süd. Diese Überprüfung verursacht Kosten, die vom Projektentwickler zu tragen sind. Wird die Wirksamkeit bestätigt, so erhält der Projektträger geldwerte Emissionsminderungs-Zertifikate (CERs), die er verkaufen kann. Diese Zertifikate fallen allerdings frühestens nach der ersten Überprüfung an. Diese lohnt sich meist erst nach mehreren Jahren. Bis dahin gibt es eine finanzielle Durststrecke, die kleineren Projekten den Zugang stark erschwert. Als Mittler zwischen Projektentwicklern und Käufern (Investoren) treten spezialisierte Agenturen (Voluntary Offset Companies) auf.

Es ist klar, dass es dabei auch Missbräuche geben kann, zum Beispiel indem ohnehin anstehende Investitionen als Klimaschutzprojekte deklariert werden, oder indem der Beitrag zur Entwicklungsförderung verfehlt wird. Diese Gefahr ist besonders erheblich bei Großprojekten, die andererseits die erheblichen Kosten der Registrierung, Vorprüfung (Validierung) und Verifizierung bei CDM am ehesten verkraften können. Um dieser Gefahr möglichst vorzubeugen, hat der WWF im Verein mit 43 anderen Organisationen den sog. Goldstandard als Qualitätskriterium entwickelt.

Um auch kleineren Projekten die Möglichkeit zu geben, Klimaschutzmittel zu mobilisieren, haben Agenturen wie Atmosfair, 3C Climate Change Company oder Myclimate ein Parallelsystem geschaffen, das sich an klimabewusste Firmen und Einzelpersonen wendet und um deren freiwillige Kompensationszahlungen wirbt (Voluntary Carbon Offset), z. B. für Flugreisen. Die Kriterien für die Projektauswahl lehnen sich eng an CDM an, sind aber weniger kostenaufwendig. Die Möglichkeit, einen Vorschuss auf die zu erwartenden Emissionsgutschriften zu erhalten − die in diesem Fall VERs (Verified Emission Reductions) heißen −, ist für Kleinprojekte besonders wichtig. Ähnlich wie bei CDM gibt es auch bei VER-Projekten einen Goldstandard (Voluntary Gold Standard). Dessen Kriterien gehen weit über Klimaschutzgesichtspunkte hinaus.

Ehrgeizige Agenturen nehmen ausschließlich Projekte, die dem (freiwilligen) Goldstandard entsprechen. Unser Nigeria-Projekt hat gute Aussicht, diese Bedingungen zu erfüllen. Die notwendige Anhörung der Betroffenen (Stakeholder Consultation) hat bereits im September 2007 stattgefunden. Die Fertigstellung des grundlegenden Projektdokuments (Project Design Document) hat sich verzögert aufgrund von Neureglungen bei CDM, die sich unmittelbar auch auf VER-Projekte auswirken. So kann eine Einsparung von Biomasse (hier Holz) nur in dem Maße angerechnet werden, wie der Nachweis geführt wird, dass es sich um nicht-erneuerbare Biomasse (Non-Renewable Biomass, NRB) handelt.

Der Vorschuss ist wichtig, damit der Save80 möglichst kostengünstig angeboten werden kann, aber andererseits noch die Selbstkosten gedeckt werden. Durch die in späteren Jahren reichlicher anfallenden Emissionsgutschriften erfolgt die Rückzahlung. Unser Projekt hat mit Sicherheit eine Pilotfunktion, zumal es bisher in Afrika kaum Klimaschutzprojekte gibt.



Allgemeine Informationen zu Nigeria finden Sie bei unseren Links


Kaduna-Projekt

Kaduna ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, einer der 35 Bundesstaaten in Nigeria. Hier besitzt unsere Partnerorganisation DARE ihr Büro und hier liegen auch die Hauptaktivitäten unseres Projektes. Vorsitzender von DARE ist Yahaya Ahmed, den wir 2003 auf der Solar-konferenz in Düsseldorf kennengelernt haben. Er hat uns überzeugt / überredet, dass wir ihn darin unterstützen müßten, in seiner Heimat etwas gegen die Umweltzerstörung zu unternehmen. Seit Jahren schon führe er als Handgepäck einzelne Solarkocher, Boxkocher und auch den Holzsparkocher SAVE80 ein, seine Familie, seine Freunde und auch seine Nachbarn wären inzwischen begeisterte Nutzer. Doch jetzt stieße er an physikalische Grenzen, die Nachfrage steigt, sein Gepäckkontingent hingegen ließe sich nicht mehr steigern. Also haben wir uns zusammengesetzt und nach einer Lösung gesucht. Dabei war schnell klar: mit dem SAVE80 müssen wir starten, denn ein Solarkocher hat seine Grenzen und nichts ist frustrierender, als wenn man vor einem kalten, unfertigen Mittagessen sitzt. Es hat dann noch ein Jahr gedauert, bis wir das Geld für den ersten Container aufgetrieben hatten. Damit wären alle Probleme gelöst, dachten wir in unserer Naivität, doch dann begannen sie erst. Da der Platz hier nicht ausreicht, um über alles zu berichten was inzwischen passiert ist, habe ich meine Telefongespräche mit Yahaya seit Januar 2008 aufgeschrieben und in den inzwischen über 70 Nachtbriefen kann man nun die Entwicklung der letzten Jahre dort nachlesen. Eine Zusammen-fassung gibt es in den halbjährlichen Projektberichten, die in erster Linie zur Information für die Mitglieder des Vereins gedacht sind. Und gleich im folgenden Kapitel gibt es die aktuellen Schlagzeilen. 

Aktuell:

22.06.09: LHL-Projekt in Nigeria zur Registrierung vorgelegt

Das Projekt zur Verbreitung effizienter Brennholzkocher hat das Prüfverfahren des TÜV Nord erfolgreich durchlaufen und wurde nun zur Registrierung bei der UN eingereicht. Nun folgt eine Vollständigkeitsprüfung durch die UN (Undergoing completness check) , an die sich eine vierwöchige Registrierungsperiode anschließt. In dieser Zeit kann die UN eine eigene Prüfung der Projektdokumentation beantragen. Ist dies nicht der Fall, ist das Projekt voraussichtlich ab September das weltweit erste von der UN registrierte CDM-Vorhaben im Bereich Haushaltsenergie ( Einsatz hocheffizienter Brennholzkocher).


12.08.2009:

In der Liste des UNFCCC für Awaiting first completeness check stehen wir inzwischen auf Position 27.


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Infobrief Juni 2009

(72,5 kb, pdf)


April 2009


Bericht aus Nigeria

Im letzten Rundbrief hatte ich Sie darüber informiert, dass wir ein zweites Büro in Jos, der Hauptstadt des Bundesstaates Plateau, eröffnet haben in Vorbereitung auf die Ankunft des zweiten Containers. Damals waren wir so optimistisch und glaubten, in wenigen Tagen müsse der Container eintreffen, aber in Afrika muss man mit anderen Maßstäben rechnen. Es hat nochmals drei Monate gedauert bis zur Ankunft des Containers in Jos, nämlich bis zum 15. März, und jetzt könnte uns endlich die Sonne scheinen.

Und wieder gibt es neue Probleme, die einer erfolgreichen Arbeit im Wege stehen. Es ist die Weltwirtschaftskrise, die auch den Einwohnern von Nigeria zu schaffen macht. So findet derzeit so gut wie kein Barverkauf statt, nur das Ratengeschäft läuft. Und unser Personal hat sich – verständlicherweise – neue Jobs gesucht, jetzt versuchen wir Didi (den Filialleiter) und die beiden Frauen (für Bürotätigkeiten und Verkauf) wieder zurück zu gewinnen. Hinzu kommen Kleinigkeiten, z.B. bremst die Fastenzeit die Aktivitäten der Frauen, wir müssen uns bis Ostern gedulden.

Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten. Unser Projekt als CDM-Projekt steht kurz vor der Anerkennung durch die UNFCCC. Yahaya kam zu einem Kurzbesuch zu uns und nach Schweden. Denn von dort hatte ihn eine Einladung der Grünen Partei erreicht, die unser nigerianisches Projekt vorbildlich finden und Yahaya baten, den schwedischen Genossen die derzeitige Situation der Energiekrise zu schildern und unseren SAVE80 vorzustellen, mit dem wir glauben, das Problem zumindest abmildern können. Nach dem Vortrag hat sich ein Verein vorgestellt, der die Idee der Mikrokredite unterstützt und nachfragte, warum in Nigeria davon noch kein Gebrauch gemacht werde. Yahaya hat ihnen daraufhin die Situation der nigerianischen Banken beschrieben, die sich gerade auf diesen Weg begeben. Doch es ist ein schwieriger Weg, denn die typische Bank in Nigeria kennt bisher keine Kleinkunden, sie verwaltet lediglich ansehnliche Konten von vermögenden Kunden. Die Idee des Wirtschaftsforschers Junus besteht jedoch darin, dass sich die Bankangestellten zum Kunden begeben, und das wöchentlich. Dies setzt ein gewaltiges Umdenken voraus, und es ist schwer vorstellbar, dass die traditionellen Banken diesen Weg erfolgreich beschreiten können. Evtl. ergibt sich aus dem Treffen Yahayas in Schweden eine Zusammenarbeit, denn wir haben auch bei den Kooperativen das Problem des langsamen Geldrückflusses (manche Dörfer können nur mit Hilfe von 12 Monatsraten den S80 bezahlen, in dieser Zeit ist unser Verkaufsteam aber verhungert).

Unser Holzsparkocher wird auch als Magic Stove bezeichnet, weil der Garvorgang in der Wonderbox einigen Interessenten wie ein Zauber erscheint. So musste bei einer Vorführung sogar der Priester mit einem Gebet den Zauber bannen, der vermeintlich über unserem Kocher lag (weil ohne Feuer der Reis trotzdem weich gekocht wurde und dann noch hervorragend schmeckte). Aber die allermeisten Frauen sind begeistert, sowohl von der Holzersparnis (besonders da Anfang des Jahres der Holzpreis drastisch angestiegen ist) als auch vom modernen Aussehen, wobei der Glasdeckel auf der Pfanne der ganz große Clou ist.

Die neuen SAVE80 besitzen übrigens eine doppelt so große Pfanne und wir hoffen, dass die Altbesitzer nicht in Scharen gelaufen kommen, um ihre alte Pfanne gegen eine neue einzutauschen (der Hinweis auf Modellpflege wird da wenig helfen). Im nächsten Rundbrief werde ich Ihnen hoffentlich berichten können, warum wir Lagos derzeit als Einfuhrhafen meiden und ob das benachbarte Cotonou in Benin eine Alternative darstellt.

(Bernd Blaschke, Rundbrief LHL April 2009)


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Infobrief März 2009

(92,8 kb, pdf)

November 2008



Kaduna-Projekt feiert ersten Geburtstag


Bild: Das Empfangskomitee in Kaduna vor unserem ersten Container; 3. v. r. stehend  
        unser Mann Yahaya, rechts daneben seine Frau Habiba.


Letztes Jahr im August landete unser erster Container in Lagos, dem größten Con­tainerhafen Westafrikas. Nach drei Monaten, also im November, fuhr er Huckepack zu Lande noch fast 1.000 km in Richtung Kaduna und erreichte das dortige Büro von DARE Mitte November ohne weitere Pannen oder Zwischenfälle. Damit war ein wichtiger Schritt getan. Bevor ich in der Berichterstattung fortfahre, lassen Sie mich kurz rekapitulieren: Mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden und Förderern war es uns gelungen, im ersten Halbjahr 2007 das Startkapital von 75.000 Euro aufzubringen, gerade ausreichend, um den Container - gefüllt mit unseren Holzsparkochern - und die Transportkosten zu bezahlen. Damit war zwar ein erster und wichtiger Schritt getan, aber vor uns lag noch ein großer Brocken: Hinein in den Hafen von Lagos gelangte unser Container völlig unkompliziert, aber von dort heraus war es wesentlich aufwändiger. Vor der Zollabfertigung musste zuerst der Agent auf Trab gebracht werden, und dann schließt sich eine umfangreiche und langwierige Prüfung an, die die Papiere auf Übereinstimmung mit dem Inhalt prüft und ob die Preise realistisch sind. Schließlich lebt ein afrikanisches Land zum Großteil von den Zollgebühren. In unserem Fall verzögerte sich die Abfertigung weiter auf Grund der Ramadan-Feierlichkeiten, dann zog ein Unwetter übers Land und legte die Technik für einige Tage lahm (die Röntgenanlage war defekt), schließlich drohte ein Streik der Hafenarbeiter die Auslieferung noch mehr zu verzögern. Hier half schließlich eine gute Beziehung, damit die Geschichte sich nicht in eine unendliche Geschichte entwickelte, und so konnten wir nach acht Wochen die Containerankunft feiern.
Unsere nigerianischen Freunde hatten einen Lagerplatz organisiert und ein Büro angemietet, auch zwei Mitarbeiter angeworben, und damit waren wichtige Vorarbeiten geschaffen. In der Zeit bis zur Ankunft des Containers hatten viele Gespräche und Vorführungen stattgefunden, die große Begeisterung für unseren Sparkocher auslösten. Der Verkauf schien demnach ein Kinderspiel zu werden. Einen ersten Dämpfer erhielten unsere Freunde, als das Büro auch nach vier Wochen nicht wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Hierfür gab es eine einfache Erklärung: es war Weihnachten, und da hatten die Familien andere Prioritäten. Unsere zweite Hoffnung mussten wir auch bald begraben: die Mama Puts, die Frauen, die auf den Straßen den Essensverkauf organisieren, würdigten unseren Holzsparkocher mit keinem Blick, obgleich wir einen kostenlosen Test anboten. Unsere Erklärung hier: sie haben es wohl nicht nötig. Und schließlich waren auch die Investitionen für einen Stand auf der Messe in Kaduna nicht so erfolgreich wie erhofft, denn lediglich ein gutes Dutzend Geräte konnten wir verkaufen, nicht täglich wie erhofft, sondern im Laufe einer Woche. Aber wir hatten einen Fingerzeig erhalten: am letzten Tag hatten wir unseren SAVE80 zu einem Messesonderpreis angeboten, und es geschah, was wir die ganze Zeit erhofft hatten: die Nachfrage zog deutlich an. Zudem wurde oftmals nach der Möglichkeit von Ratenzahlung gefragt.

Wir mussten uns also etwas einfallen lassen, und die Rettung kam unerwartet aus Kyoto. Dort hatte 1997 die Klimakonferenz beschlossen, den Emissionsrechtehandel zu forcieren. Für Entwicklungsländer wurde der CDM-Mechanismus eingeführt, der es den Industrieländern erlaubt, ihre CO2-Reduktionen in Entwicklungsländern zu finanzieren. Hierzu bedarf es einer als Vermittler auftretenden Firma, die dieses Geschäft zwischen den Partnern organisiert. Eine solche Klimaagentur ist die Firma atmosfair gGmbH, mit der wir einen Vertrag abschließen konnten. Danach erhalten wir für jede eingesparte Tonne CO2 einen festen Betrag für die Laufzeit des Vertrages. Dieses Geld ermöglicht uns, den Verkaufspreis um etwa 50% zu reduzieren.


Bild: Empfang des atmosfair-Preises in Berlin, (v.l.) Krämer, Marquardt, Brockenhagen, Ahmed, Blaschke

Auch den Verkauf auf Raten ließ sich organisieren, wenn auch nur mit den Käufern, die einer Einkaufs-Kooperative zugehören, einer Einrichtung, die in nigerianischen Firmen häufig anzutreffen ist. Hier werden die Zahlungsgeschäfte mit Hilfe der Unternehmensleitung abgewickelt, und das gibt uns die Sicherheit, dass auch die letzte Rate bezahlt wird. Mit diesen beiden Verkaufsmaßnahmen haben wir es dann doch geschafft, den Umsatz so zu beschleunigen, dass wir Ende Juli den kompletten Ausverkauf melden konnten. Damit konnte ich auch das Versprechen einlösen, auf unserer Jubiläumsveranstaltung im September mit einem Glas Sekt auf unseren ersten verkauften Container anzustoßen.

Natürlich ist der nächste Container längst bestellt, diesmal mit 1.250 Kochern bestückt, und er befindet sich auch schon im Lande, allerdings erst im Hafen von Lagos. Wir hoffen, dass nach spätestens acht Wochen der Container in unserem neuen Büro steht, welches wir am 1. November eröffnet haben. Das dortige Personal ist eingewiesen, und alles wartet ungeduldig auf die Ankunft des Containers aus Deutschland.

Im neuen Büro in Jos haben wir inzwischen eine rege Nachfrage ausgelöst, und jetzt sollte der zügige Verkauf kein Problem mehr darstellen. Um die Kosten zu decken, müssen zwei Container jährlich verkauft werden, um Gewinn zu machen müssen es also mindestens drei sein. Wir haben uns vier zum Ziel für 2009 gesetzt. Kommen Sie zur nächsten Mitgliederversammlung, um darauf anzustoßen, denn jetzt sind wir sicher: Der SAVE80 hat in Nigeria inzwischen eine große Fan- gemeinde und auch viele Freunde in den benachbarten Ländern, kurzum, er hat noch eine große Zukunft vor sich. (Rb.Nov.08)

Auszug aus den Nachtgesprächen vom 9. November 2008, die regelmäßig auf unserer Internetseite veröffentlicht werden:

Liebe Freunde,

 

auch heute gibt es wieder eine Doppelausgabe, denn ich berichte hier von meinen beiden Telefonaten vom 27. und vom 30.10. Die Telefonverbindung nach Nigeria war heute problemlos möglich, lediglich unsere Handybatterien schwächelten etwas. Es war um 23.15 noch immer 28 Grad, wenn Y. Strom gehabt hätte, würde er sogar um diese Zeit seinen Deckenventilator laufen lassen, aber mit der Solarpowerbox kann er sich solchen Luxus nicht leisten, er ist schon froh, wenn er Licht im Zimmer hat. Es ist noch keine Sommerzeit und die Hitze ist schon fast unerträglich, auch der Staub macht ihnen zu schaffen. Jeden Tag muss geduscht werden und hierfür hat H. zwei Eimer warmes Wasser bereitet (die allerdings ziemlich abgekühlt waren, als wir nach gut drei Stunden unser Telefonat beendeten).

Ich hatte mir fast ein Dutzend Fragen zurecht gelegt, und darum begann ich heute mit ganz konkreten Fragen an Y., doch zuerst wie immer die wichtigste Frage: was machen unsere beiden Container? Vom S80-Container hört Y. nichts und das ist ein gutes Zeichen. Dies ist auch nicht ganz überraschend, denn dieser Container ist reinrassig beladen und Beanstandungen wären da schon verwunderlich (ausschließen kann man allerdings nichts). Beim Büro-Container allerdings gab es eine … (Rundbrief LHL November 2008)

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Infobrief August 2008

(138,1 kb, pdf)

Nachrichten aus Nigeria

(LHL-Rundbrief 1/2008)
 

Schon die Anzahl der Telefonate ist beeindruckend: 12 seit dem 1. Januar, d.h. mind. einmal pro Woche telefoniere ich mit Yahaya, unserem Mann in Kaduna, der dort mit seiner Frau die Stütze unseres Projektes ist (und jedes Telefonat dauert mind. 1 Std.). Es gibt seit dem Projektstart für uns drei neue Erkenntnisse: 1. Das größte Interesse zeigen nicht diejenigen, die über Geld verfügen (und sich unseren Kocher leisten könnten), sondern die Ärmsten, denen der Brennholzmangel stark zu schaffen macht. Daraus resultiert 2., dass die Bezahlung nicht bar erfolgt, sondern in Raten, und 3., dass der Schwerpunkt unseres Geschäftes nicht in einer Großstadt liegt, sondern im Norden an den Grenzen zu Niger und Tschad, denn dort sind die letzten Bäume schon vor Jahren gefällt worden, und die Wüste wandert unbarmherzig nach Süden, mehrere km pro Jahr. Wir haben unsere Strategie ändern müssen und verhandeln heute mehr mit den Dorfchefs und den Dorfgeistlichen. Dies sind unsere Promotoren, und ihr Interesse ist es, dass nicht nur einzelne Familien, sondern ganze Dorfgemeinschaften unseren Sparkocher erhalten. Gleichzeitig wird nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht: entweder mittels einer Kooperative (hier wird das Geld in Kleinstbeträgen selbst eingesammelt und monatlich abgegeben) oder mittels eines Mikrokredits (hier finanzieren die Banken den Kauf gegen Zinsen). Beide Wege sind noch relativ neu, und ein entsprechend langer Vorlauf ist notwendig. Aber wenn es klappt, dann bricht der Damm, und wir sind mit dem nächsten Problem konfrontiert, 100 Kocher und mehr über 1.000 km und mehr zu transportieren. Hier heißt unsere neue Strategie: Die Montage erfolgt Vor-Ort. Dazu müssen Nachwuchstechniker in Crashkursen geschult und ein Filialbüro eröffnet werden. Da unsere Anwesenheit aber auch in Abuja, der Hauptstadt und dem Regierungssitz gewünscht wird (dort verfolgt man mit größtem Interesse unsere Aktivitäten), pendelt unser Ehepaar mit einem Leihwagen oder Taxi mehrere tausend km in der Woche. Das ist eine physische Herausforderung, und wir haben die Beiden gebeten, ehe sie ins Krankenhaus wegen Überarbeitung kommen, einen dritten Partner zu suchen, der einen Teil der Aufgaben übernehmen kann.

Bernd Blaschke



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Infobrief Februar 2008

(pdf, 100 kb)

Kochvorführung vor einer Frauengruppe auf dem Dorf


Bernd Blaschke

Kaduna-Projekt befindet sich in der entscheidenden Phase

LHL-Rundbrief Dezember 2007

Wenn es sich noch nicht bis zu Ihnen herum gesprochen haben sollte: Mitte Juli wurde der Container beim Hersteller unseres Holzsparkochers abgeholt, und vier Monate später traf er in Kaduna ein, dem Wohnort von Yahaya Ahmed, unseres Mannes in Nigeria. Damit verbunden waren eine ganze Reihe von Schwierig­keiten, angefangen vom Streik der Hafenarbeiter, dem Unwillen des Reedereiagenten, sich mit einem so kleinen Fisch zu befassen, vier Wochen Ramadan, verbunden mit den Anstrengungen der abendlichen Feierlichkeiten bis hin zum Unwetter, welches Teile der Hafeninfrastruktur lahm legte. Natürlich haben wir viele offene Hände gesehen und Bemerkungen, dass unser Geschäft sich beschleunigen ließe, wenn „Sonderzahlungen“ geleistet werden. Wir haben widerstanden und daraus gelernt. Nun heißt es, den Blick nach vorn zu richten, denn mit der erfolgreichen Ankunft ist das Projekt noch nicht erfolgreich abgeschlossen. Im Container befinden sich 900 Kocher, 25 davon wurden an wichtige Personen verschenkt, der Rest muss verkauft werden, je früher desto besser.

In Kaduna haben wir ein kleines Büro angemietet, und dort sollen die Kocher auch verkauft werden. Der Zusammenbau erfolgt in einer Werkstatt, die für die Montagearbeiten zwei junge Holzverkäufer eingestellt hat. Noch ist das Verkaufstempo niedriger als das